Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
2008 ist das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs - 2009 das Europäische Jahr zur Förderung der Beziehung zwischen Kreativität, Kultur und Bildung !
„Die Identität einer jeden Person setzt sich aus einer Vielzahl von Elementen zusammen, die sich selbstverständlich nicht auf die in den Melderegistern verzeichneten Daten beschränken.“, überlegt der libanesisch-europäische Schriftsteller Amin Maalouf. „Natürlich besitzen die meisten Menschen eine bestimmte Religionszugehörigkeit, eine – oder auch nur eine – Nationalität, gehören sie einer ethnischen Gruppe oder Sprachgemeinschaft, einer unterschiedlich großen Familie, einem Beruf, einer Institution oder einer bestimmten Gesellschaftsschicht an. Die Liste ist jedoch weitaus länger. Potentiell unendlich: Man kann sich mehr oder weniger stark einer Region verbunden fühlen, einem Dorf oder Stadtviertel, einem Familienklan, einer Sport- oder Berufsgruppe, einem Freundeskreis, einer Gewerkschaft, einem Unternehmen, einer Partei, einem Verband, einer Pfarrgemeinde, einer Gemeinschaft von Menschen, die einander die gleichen Leidenschaften, sexuellen Vorlieben oder körperlichen Behinderungen teilen oder die den gleichen Umweltbelastungen ausgesetzt sind. Keine diese Zugehörigkeiten sind völlig bedeutungslos. Sie sind die konstitutiven Elemente der Persönlichkeit, man könnte fast sagen, die ‚Gene der Seele’, sofern man hinzufügt, dass sie mehrheitlich nicht angeboren sind.“
Vielfalt verbindet
Vom 3. bis 5. September bietet ein internationaler Kongress in Dortmund Infos und Diskussionen zu Erfahrungen, Konzepte, Perspektiven zur „Interkulturellen Arbeit in europäischen Städten“. Im Vordergrund stehen interkulturelle Handlungskonzepte aus europäischen Großstädten - erwartet werden Referenten u.a. aus Amsterdam, Barcelona, Berlin, Essen, Lyon, Rotterdam, Toulouse und Stuttgart. Die Konferenz ist Teil der europaweiten Debatte um interkulturelle Konzepte, die von der Europäischen Union mit dem „Europäischen Jahr des Interkulturellen Dialogs“ noch einmal akzentuiert worden sind. Auch im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR. Interkulturalität und die Entwicklung nachhaltiger Strukturen für die interkulturelle Arbeit vor Ort ein wichtiges Thema. Last not least hat die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen mit ihrem Aufruf zur Entwicklung von „Kommunalen Handlungskonzepten im Bereich Interkultur“ wichtige Impulse gegeben. Mehr hier
Die Existenz kultureller Vielfalt hängt auch von unserem Umgang mit „Natur“ ab, meint Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Die Präambel des UNESCO-Übereinkommens über die biologische Vielfalt verweist ausdrücklich auch auf die Bedeutung der kulturellen und ästhetischen Vielfalt. Sie ist Anlass für die neunte UN-Naturschutzkonferenz, die vom 19. – 30. Mai in Bonn stattfindet. Müller: „Wir brauchen ein Denken, das in und mit den Strukturen von Vielfalt operiert und das auch sehr viel stärker Prozesse des Korrigierens beinhaltet. Kurz, wir brauchen ein ökologisches Denken. Die Ökologie ist in der Moderne so etwas wie ein Nachzügler. Ökologisches Denken gehört nicht zur Tradition europäischen Denkens, es hat sich erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Gerade deshalb muss es auch kulturell durchdrungen werden. Das ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil die Umweltdebatte heutzutage weitgehend auf technische Fragen reduziert wird.“ Mehr hier
„Die rein finanzielle Aufrechnung von Einnahmen und Ausgaben sagt nicht automatisch etwas über den Erfolg eines Kulturjahres aus“, bilanziert Kathrin Oerters ihre Untersuchung über die „finanzielle Dimension der europäischen Kulturhauptstadt“: „Auch wenn im Nachhinein die Belegung von Hotelbetten als Erfolgskriterium dargestellt werden kann, ist damit noch keine Aussage über tief greifende Veränderungen gemacht, die sich noch Jahre später positiv auf die Stadt, die Lebensqualität und den Tourismus auswirken können.“ Das Projekt Kulturhauptstadt hat sich längst über die „abstrakte Idee“ der ideellen Kulturpräsentation hinaus entwickelt und hat im Laufe der Jahre immer mehr die kultur- und wirtschaftspolitischen Chancen ebenso in den Mittelpunkt gerückt wie das Potenzial einer kulturorientierten Stadtentwicklung. Mehr hier
Die Fußball-Europameisterschaft rückt näher, ihr Kulturprogramm gewinnt an Kontur. Auch Bergdörfer treten gegen einander an. Eins steht dabei für das flache Holland. Und in Klagenfurt wird im Juni eine überlebensgroße Sandskulptur von Österreichs berühmtestem Wahlbürger zu sehen sein. Über den „Sand-Franz“ und mehr berichtet Jochen Hieber von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur. Mehr hier
Menschen in Europa
Nikoleta Popkostadinova hat in der bulgarischen Hauptstadt Sofia die „Dritte Welt“ gefunden. Rainald Grebe, Ludwig Müller und Franz Hohler erhalten in diesem Jahr den Salzburger Stier – in Düsseldorf. Und Uwe Volkmann fragt sich, welche Grenzen das Recht setzt, denn Not kennt viele Gebote. Mehr hier
Das KULTUR-Programm der EU ist nicht die einzige Möglichkeit der europäischen Kulturförderung. Da Kultur ein gesellschaftliches Querschnittsthema ist, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Kulturprojekte können von anderen EU-Programmen profitieren, wenn sie deren Zielen entsprechen. Schauen Sie sich um: hier und hier
Hangingaround/HeimatQuartier ist ein von der EU gefördertes europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Mehr zum Projekt hier
Unsere Medienpartner:
Weitere Informationen unter
www.kultur-macht-europa.de
Impressum:
Herausgeber: Kulturpolitische Gesellschaft e.V. Weberstr. 59a 53113 Bonn
Tel.: 0228 / 201 67-0 - Fax: 0228 / 201 67 33
post@kupoge.de
Redaktion: Wolfgang Hippe (V.i.S.d.P.),
A.R.T Agentur für Recherche und Text
Tel. 02 21 / 54 50 48
redaktion@art-recherche.de
Newsletter abbestellen:
Wenn Sie diesen Newsletter einmal nicht mehr erhalten möchten,
klicken Sie bitte hier